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Auszug aus der Chronik des Hauses Kronsberger
Im Jahre 1427 wird Renowulf Kronsberger als zweiter Sohn des Kaufmanns Ehrenfried Kronsberger geboren. Seine Mutter Mathilde - Tochter eines Goldschmieds aus dem Kölner Raum - verstirbt noch im Kindbett. Renowulf wächst unter der Obhut seiner Tante Maria auf bis er im Alter von 5 Jahren in die Obhut der Franziskaner gegeben wird, wo er eine vorbereitende Unterweisung in den vielen Dingen erhält die ein Kaufmann braucht. Diesem Orden bleibt er sein Leben lang verbunden und nimmt später auch Bruder Sebald , den Schwager seiner Base Barbara, in seinen Haushalt als Hausgeistlichen auf. Als 10jähriger kehrt Renowulf zurück in sein Elternhaus, wo die Ausbildung zum Kaufmann unter den Augen des Vaters seinen Fortgang nimmt.
Zusammen mit seinem älteren Bruder Bernhard wird Renowulf in allen Wissensdingen rund um das kaufmännische Handeln unterwiesen. Er begleitet seinen Vater auf Handelsreisen, wobei dieser schon früh erkennt welches Talent für ausgesprochen gute Geschäfte in dem sonst eher zurückhaltenden jungen Mann liegt. Mehrere Jahre verbringt Renowulf dann fast ausschließlich auf Handelsfahrten in Frankreich, Flandern, Spanien, und Italien. Nachdem Vater und Bruder kurz nacheinander versterben, übernimmt Renowulf die Führung des Hauses Kronsberger.
Im Jahre 1457 heiratet er auf Drängen seiner alten Tante Maria die Tochter eines befreundeten Tuchhändlers. Zur Unterstützung im Haushalt und zur Hilfe bei der Erziehung der kurz hintereinander geborenen Kinder Maria (1458) und Stefan (1459) nimmt der Tuchhändler die verwitwete Base, Barbara (1434), nebst Tochter Anna (1471) im Haushalt auf. Die Verwaltung der Gelder Barbaras aus dem Nachlass ihres verstorbenen Gatten Gisbert Greinheim - ebenfalls Tuchhändler aus dem Raum Köln - unterliegt wie allgemein üblich Renowulf. Dieser ermöglicht durch das nicht unerhebliche Erbe eine gute Ausbildung der Tochter Anna bei den Clarissen. Durch ein geschicktes System von Beziehungen zu den reichen und einflussreichen Familien der Umgebung ist der Tuchhändler gut informiert über alles was privat und geschäftlich von Wichtigkeit sein könnte.. Er geht in den Räumen wohlhabender Kaufmannsfamilien ebenso ein und aus wie in den nahe gelegenen Burgen und Landsitzen des Adels. Die Tuche und Stoffe der Kronsberger werden überall gerne gekauft - entsprechen sie doch stets dem Anspruch vom Feinsten. Und da nicht immer genug Vermögen für den Erwerb edler Tuche in den Familien vorhanden ist, füllt sich die Truhe mit Schuldverschreibungen im Kontor schnell.
1465 trifft sich Renowulf erstmals mit John Lord Cheney während dessen Reise zum dänischen König in Hamburg . Aus diesem Zusammentreffen entwickelt sich - nachdem John eine Zeit lang Kunde der Kronsberger war - eine lange Geschäftsbeziehung .Im Jahre 1487 reisen die Kronsberger auf
Einladung von John Lord Cheney für einen längeren Aufenthalt nach dessen Landsitz Shurland Hall. Nach diesem Aufenthalt lassen sich die Kronsberger über Jahre vom Hause Cheney mit feinster Wolle beliefern. Der Frieden von Utrecht (1474) beendet den 1470 begonnenen Kaperkrieg der Städte des Wendischen und Preußischen Viertels gegen England unter dem auch das Haus Kronsberger gelitten hatte. Durch diesen Vertrag wurden auch die Privilegien des Londoner Stalhofs - ein wichtiger Handelspunkt der Kronsberger - gesichert ebenso der hansische Tuchhandel in den auch der Kronsberger Tuchhändler einbezogen war.
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